ADFC Bremen





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zweite Antwort der FDP

Torsten Staffeldt ist im Wahlkreis Bremen I Kandidat der FDP zur Bundestagswahl und antwortet am 03. September 2009 auf die Fragen des ADFC Bremen.

 

 

 

 

1. 
An welchen Leitbildern wollen Sie die Stadtentwicklung künftig ausrichten?
Wie sehen Sie die Rolle des Fahrrads im Stadtverkehr?
 

 
Das Fahrrad hat sich insbesondere im städtischen Bereich zu einem wesentlichen Transportmittel entwickelt. Gerade in Bremen, als Stadt mit kurzen Wegen, ist das Fahrrad nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Als Liberaler sage ich aber auch, dass bei allen Maßnahmen der Verkehrsplanung und Stadtentwicklung die verschiedenen Verkehrsträger nicht ideologisch gegeneinander ausgespielt werden dürfen, sondern gleichberechtigt behandelt werden müssen.

 

2. 
Werden Sie sich aktiv dafür einsetzen, die aus dem 2. Fahrradbericht der Bundesregierung entwickelten Maßnahmen zum Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) umzusetzen?
Mit welchen Schwerpunkten, mit welchen zusätzlichen Haushaltsmitteln?
 


Ich unterstütze ausdrücklich die Maßnahmen zum Nationalen Radverkehrsplan. Insbesondere positiv sehe ich die nicht investiven Maßnahmen im Bereich der radverkehrsbezogenen Öffentlichkeitsarbeit, die Verkehrssicherheitsprogramme oder eine verbesserte Koordination durch den Arbeitskreis „Fahrradverkehr“. Im Zusammenhang mit den investiven Maßnahmen halte ich die jährlich vom Bund bereitgestellten 100 Mio. Euro für ausreichend, denke aber, dass der Investitionsschwerpunkt im städtischen Bereich liegen muss und weniger im ländlichen Gebiet.

 

3.
Die Bedeutung des Radverkehrs für die Entlastung der öffentlichen Haushalte, für Gesundheit, Klimaschutz und als Wirtschaftsfaktor wird vielfach unterschätzt.
Was wollen Sie unternehmen, um die öffentliche Wahrnehmung des Fahrrads zu fördern und auch Bevölkerungsteile anzusprechen, die das Fahrrad noch nicht oder nur selten nutzen?
 


In Bremen wurden in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Aktionen erfolgreich durchgeführt, die zu einer vermehrten Nutzung des Fahrrads geführt haben. Zu nennen wäre hier z.B. die Aktion „Mit dem Fahrrad in den Betrieb“ oder auch der autofreie Sonntag. Meines Erachtens ergibt sich aber vieles von selbst, wenn es gelingt das Fahrradfahren attraktiver zu gestalten, als es heute schon ist. Dieses kann z.B. dadurch gelingen, indem man die Qualität der Radwege verbessert und somit die Freude am Radfahren erhalten und gar gefördert wird.

 

4. Fahrrad und öffentlicher Verkehr können sich optimal ergänzen.
Planen Sie, diesen Verbund im Nah- und Fernverkehr zu stärken?
 


In der Anbindung von Radverkehr an den Nah- und Fernverkehr liegt aus meiner Sicht noch sehr vieles im Argen. Es ist heute vor allem noch viel zu umständlich mit dem Fahrrad den Bahnverkehr zu nutzen. Dieses gilt sowohl für die zu geringen Kapazitäten an Fahrradwaggons, als auch für fehlende Gurte in diesen, wie es z.B. in Süddeutschland schon häufig der Fall ist. Hier gibt es noch viel Handlungsbedarf.

 

5. Der Fahrradtourismus trägt zur Wirtschaftsleistung vieler deutscher Regionen bei.
Halten Sie neben dem Infrastrukturausbau durch das Bundesverkehrsministerium und die Länder ein stärkeres - auch finanzielles - Engagement des Bundeswirtschaftsministeriums für erforderlich, um ein länderübergreifendes radtouristisches Konzept umzusetzen?
 


Ich halte es für wichtig, den Fahrradtourismus in Deutschland weiter zu fördern. Allerdings halte ich die Förderung des Tourismus im allgemeinen und des Radverkehrs im Besonderen für Angelegenheit der Länder und Kommunen. In dieser Frage bin ich für eine klare Kompetenztrennung zwischen Bund und Ländern auf der Basis des Subsidiaritätsprinzips. Die Verantwortung für den Fahrradtourismus gehört, mit Ausnahme von Radwegen an Bundestrassen, nicht in die Bundeskompetenz.

 

6. Das Fahrrad hat seinen Verkehrsanteil auf zehn Prozent gesteigert.
Sollen sich die Ausgaben der öffentlichen Hand für den Radverkehr an der Bedeutung dieses Verkehrsmittels orientieren?
 


Grundsätzlich ist eine attraktive und moderne Verkehrsinfrastruktur für den Radverkehr notwendig und begrüßenswert. Dennoch sollte man nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen. Denn im Gegensatz zu Auto oder Bahn werden mit dem Fahrrad im Regelfall keine Güter befördert. Ebenso findet im Gegensatz zu PKW oder LKW auch keine Besteuerung des Fahrrads (Kraftfahrzeugsteuer) statt oder wird eine Straßennutzungsgebühr (Maut) erhoben – was gut ist und auch so bleiben soll.

 

7. Halten Sie die Einsetzung eines Fahrradbeauftragten für das Bundesland Bremen zur Koordinierung und systematischen Förderung des lokalen Radverkehres für angezeigt?
 


Der ADFC macht für den Radverkehr, wie mir als ADFC-Mitglied bekannt ist, schon sehr gute Arbeit und findet auch immer in der Politik Gehör, so dass viele Ideen mit guten Ergebnissen auf diese Weise bereits umgesetzt werden konnten. Die Einsetzung eines Fahrradbeauftragten halte ich daher für nicht notwendig. Wir benötigen in Bremen nicht für jedes einzelne Thema einen neuen Beauftragten. Diese kosten vielfach nur geld oder werden als Versorgungsposten genutzt.

 

8.
Sehen Sie Spielräume, die finanziellen Förderungsmöglichkeiten durch Veränderungen von Bundesgesetzen (z.B. Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz Gvfg) zu Gunsten des Radverkehres und des ÖPNV in der Region Bremen zu justieren?
 


Hier wird man nach der Bundestagswahl sehen müssen, wie sich die Haushaltslage darstellt und welche politischen Schwerpunkte die neue Regierung setzen wird. Eine von der FDP mitgetragene Bundesregierung wird einen Schwerpunkt in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur legen. In Diesem Zusammenhang wird eine eventuelle Erhöhung der Mittel im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sicherlich auch Bremen und Bremerhaven zu gute kommen.

 

9.
Haben Sie weitere Ideen zur Förderung des Radverkehres in Bremen?
 


Der Erfolg der Fahrradstationen am Bremer Hauptbahnhof und am Bahnhof Vegesack zeigen die Richtung, die eingeschlagen werden muss: mehr witterungsgeschützte Fahrradstellplätze für Bike + Ride Angebote. Daneben müssen, wenn das Radfahren zum Arbeitsplatz, zu den Behörden oder in die Innenstadt attraktiver werden soll, auch mehr Anschließmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden. Hier gilt es auch von Seiten des Straßenverkehrsamts mehr Flexibilität zu zeigen.

 

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